Gefährliche Schlangenbisse auch in unseren Breitengraden möglich!!

 

Dieser Artikel soll dazu beitragen, auch in ungewöhnlichen,  Gefahrensituationen schnell und richtig zu reagieren:

Es war der 8. Juli 2006, diesen Tag werde ich so schnell nicht vergessen und das nicht nur weil Deutschland gegen Portugal an diesem Tag um den 3. Platz in der Fußball WM spielten.

An diesem schönen Sommerwochenende hatte ich auch einen Jagdgast, der in schöner Umgebung auf Schalenwild ansaß. Von ihm wurde in einer Stilllegungsfläche ein Jährling beschossen, der nach circa 50 m Flucht in hohe Brennnesseln zog und sich dort einschob.

Das hörte sich nach einer leichten Nachsuche für meinen DK-Rüden, Vasco, an. Am Anschuss war nichts zu finden, aber nach 50 m wurde der Bock hoch und mein Hund nahm die Hetze bei noch sehr warmen 30°C auf. Die Hetze konnten wir weit verfolgen und der Bock gewann immer mehr Vorsprung, so dass wir zu dem Entschluss kamen, dass der Schütze sein Ziel verfehlt hatte.

Nun heißt es auf den Hund warten. Doch schon nach kurzer Zeit kam Vasco zurück und wirkte völlig entkräftet, brauchte Ruhe!

Als der Hund sich dann erhob und in das Auto steigen sollte, bemerkten wir eine starke Schwellung an seinem Hals. Erste eigene Diagnosen ließen den Schluss zu, dass mein Hund vermutlich gegen ein Hindernis geprallt ist, denn eine große Wunde war nicht zu erkennen.

Doch etwas beunruhigt rief mein Jagdgast kurzerhand per Handy seinen Tierarzt an und setzte auf Ferndiagnose. Innere Verletzungen wurden nach in Augenscheinnahme der Augen und Lefzen nach Anweisungen des Tierarztes ausgeschlossen.

Um Vasco eventuell mit einer Abkühlung Gutes zu tun, fuhren wir zu einem nahe gelegenen See. Der Hund nahm das Wasser sofort an, reagierte aber nicht auf eine an ihm vorbeischwimmende Ente. Das war für mich, jemanden der jede Reaktion seines Hundes voraussagen konnte, das Alarmzeichen schlechthin.

Jetzt breitet sich in mir die Angst aus, ich rief meinen Hund aus dem Wasser. Und zu meinem/ unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass sein gesamter Brustkorb extrem angeschwollen war. Plötzlich ging alles ganz schnell, die Rückfahrt nach Haus, Umladen in den schnelleren Pkw, unsere Vorankündung in der Tierklinik und die Fahrt nach Rostock. Vasco wirkte schon völlig apathisch und entkräftet; man war völlig ratlos. In der Tierklinik wurden wir schon erwartet, der diensthabende Arzt, Dr. Garner, untersuchte meinen, immer schwächer werdenden, Hund und hörte meinen Schilderungen zu. Die schnelle Diagnose stellte all unsere wilden Spekulationen in den Schatten, denn auf den Biss einer Kreuzotter (!) wären wir nicht gekommen.

Nun hing alles davon ab, wie die Nacht in der Tierklinik verlief, am nächsten Morgen dann das erlösende Telefonat.

Sichtlich geschwächt und mit noch extrem vorhandenen Schwellungen, aber Dank der Ärzte und Pfleger noch am Leben, konnte ich meinen Hund mitnehmen. Nach circa drei Tagen dann eine erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes, die Bissstelle schwoll wieder an und es zeigte sich Blut im Urin. Die schnelle Konsultation eines Reptilienspezialisten, Dr. Mutschmann, am Tierpark Berlin brachte erneut Hilfe und die Diagnose, Nierenentzündung. Nach einem kurzen abstimmenden Telefonat mit der Tierklinik Rostock gab es erneut Medikamente und nun stand der Genesung meines Hundes nichts mehr im Wege.

Vasco ist zum Glück wieder voll einsatzfähig. Dank unserer schnellen Reaktion hat er seit dem einige Nachsuchen erfolgreich absolvieren können und sogar schon wieder für Nachwuchs gesorgt.

Edmund Wuttge, Fredersdorf b. Berlin